Ist zuckerfrei und fettreduziert wirklich besser?

Montag, 05. März 2018

Ist zuckerfrei und fettreduziert wirklich besser?

Es gibt immer mehr zuckerfreie und fettreduzierte Produkte. Doch sind diese wirklich gesünder?

In Supermärkten findet man immer mehr Produkte, die kalorienarm, fettreduziert oder zuckerfrei sind. Doch sind diese Produkte wirklich gesünder oder handelt es sich dabei um Tricks der Nahrungsmittelindustrie, um mehr zu verkaufen? Eine im März 2017 veröffentlichte Studie aus Amerika bringt etwas Licht in die Sache.

Wonach wir unbewusst suchen

Wenn Sie im Supermarkt Ausschau nach gesundem Essen halten, wonach suchen Sie normalerweise? Suchen Sie rohe, möglichst natürliche Nahrungsmittel wie Gemüse, Obst, Nüsse oder suchen Sie nach Nahrungsmitteln, die keinen zugesetzten Zucker oder kein Fett enthalten und das auf dem Etikett auch groß hinausposaunen?

Es braucht immer einen Bösen

Jahrzehntelang galten Nahrungsmittel mit einem geringen Fettanteil als das Nonplusultra in puncto gesunder Ernährung. Ob Käse, Milch oder Joghurt — kein Milchprodukt, das es nicht auch fettarm gäbe.

Natürlich genießt man fettreduzierte Produkte ohne schlechtes Gewissen, denn sie enthalten wenig Fett und Fett ist schließlich der Böse. Oder etwa nicht?

Heute sieht die Sache anders aus.

Plötzlich ist Fett doch nicht so ungesund. Zucker ist der neue Bösewicht und verantwortlich dafür, dass wir immer dicker werden.

Immer mehr Menschen kaufen deshalb Produkte mit möglichst wenig Zucker. Abermals glauben sie, dass sie ihrer Gesundheit etwas Gutes tun. Es ist die gleiche Geschichte wie damals mit dem Fett.

Doch sind z. B. zuckerreduzierte Produkte wirklich besser?

Die Tücken der Werbebotschaften

Es gibt kein Produkt im Supermarkt mehr, auf dem nicht groß eine Werbebotschaft prangt.

Damit wird versucht, die Leute zum Kauf zu animieren. Produkte, die zucker- oder fettreduziert sind, können das besonders gut. Sie wirken gesünder und damit attraktiver. Wer tut schließlich nicht gerne etwas für seine Gesundheit?

Doch der Eindruck trügt, wie neue Studien zeigen.

Forscher fanden heraus, dass heute etwas mehr als ein Drittel aller Getränke auf den Etiketten mit Worten wie zuckerfrei, kalorienarm … werben. 13 Prozent aller Nahrungsmittel tragen ähnliche Aussagen.

Dennoch, und das ist ziemlich schockierend, war der tatsächliche Fett-, Salz-, Zucker- oder Kaloriengehalt dieser Produkte im Vergleich mit normalen Produkten nicht wirklich anders.

Die untersuchten Speisen waren tatsächlich fast identisch, sie beinhalteten statt Zucker & Co. dann eben chemische Zusatzstoffe.

Werbung bringt Umsatz

Die Marketingabteilungen der großen Konzerne lassen natürlich nichts unversucht, um uns ihre Produkte schmackhaft zu machen. Dafür werden alle legalen Wege genutzt und diese sind moralisch nicht immer einwandfrei.

Die Marketingexperten der Nahrungsmittelindustrie wissen genau, dass ein Etikett mit der Aufschrift „fettarm“ den Eindruck vermittelt, als wäre dieses Nahrungsmittel im Vergleich zu anderen gesünder. Es verkauft sich besser, denn mit gutem Gewissen macht man gute Geschäfte.

Was man tun kann

Wenn wir uns gesund ernähren wollen, sollten wir so weit wie möglich rohe, echte, unverarbeitete Lebensmittel kaufen und sie selbst zubereiten. Wenn ein Nahrungsmittel allerlei Werbeversprechen braucht, damit es sich verkauft, ist es meistens nicht gesund. Natürliche, unverarbeitete Produkte zu kaufen und selbst zu kochen, ist der einfachste Weg, um gesund zu leben.